St. Crucis Bad Sooden Allendorf

Bauherr: evangelische. Kirchengemeinde St. Crucis Allendorf
Architekt: Planungsbüro Dipl.-Ing. Werner, Bad Sooden-Allendorf
Planungsumfang (auszugsweise): 
Lichtplanung, Elektroinstallations- und Beschallungstechnik
Bauzeit: 2014 – 2017

Geschichte
Die evangelische Kirche St. Crucis ist eine denkmalgeschützte einschiffige Hallenkirche aus dem 14. Jahrhundert im Ortsteil Allendorf der Gemeinde Bad Sooden-Allendorf im Werra-Meißner-Kreis des Landes Hessen. Sie wurde aus Feldsteinen errichtet.
Die Wände des Kirchenschiffs, das mit einem Satteldach gedeckt ist, welches zum Westen als Krüppelwalm ausgeformt ist, werden durch Strebepfeiler gestützt. Das ursprünglich zweischiffige Langhaus hatte ein Kreuzrippengewölbe, das auf Säulen im Mittelgang und auf Konsolen an den Wänden ruhte. An den Wänden des Kirchenschiffes sind teilweise noch die alten Gewölbeansätze erkennbar. Beim großen Brand von 1637, als kaiserliche Truppen die Stadt einäscherten, wurden das Innere des Turmes und die Gewölbe des Kirchenschiffs vernichtet, nur der nach Osten liegende Chor ist in seinen gotischen Architekturteilen mit den fünf großen Fenstern und dem Kreuzrippengewölbe erhalten geblieben. Die drei Schlusssteine im Chor weisen auf den Namen der Kirche hin. Der Phönix, der Pelikan und das Lamm sind die Symbole des Opfers Jesu am Kreuz. Nach dem großen Brand wurde die zweischiffige Hallenkirche einschiffig wiederhergestellt und mit einer flachen Eichendecke versehen.
Der Durchgang von der Turmhalle führt in die sogenannte „Winterkirche“. Von dort führt eine Barocktreppe aus den ersten Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts, über der die alte Wetterfahne des Turms befestigt ist, auf die Empore.
Zur Kirche gehört der angrenzende Kirch- und Bibelgarten im ehemaligen Küstergarten. Er wurde auf dem zur Werraseite gelegenen Kirchhof der St. Crucis-Kirche angelegt und am 22. Juni 2008 eröffnet.
Durch die hier angepflanzten Bäume, Büsche, Blumen oder Gewürze sollen biblische Texte anschaulich gemacht werden.

Bauabschnitt Winterkirche
Ein bisher dunkler, trister und wenig genutzter hinterer Bereich des Gotteshauses unterhalb der Empore ist seit Mai in einen schmucken, hellen und für vielfältige Begegnungen dienenden Raum verwandelt worden. Im Dezember 2015 wurde das Projekt Winterkirche der Öffentlichkeit vorgestellt und eingeweiht.
Die Erwartungen beim Bau der Winterkirche wurden übertroffen. Das mag daran liegen, dass nicht nur wie geplant ein vor 400 Jahren verschlossener Eingang auf der Südseite wieder aufgestemmt und die Abtrennung zum Kirchenschiff durch eine gläserne Schiebewand ersetzt wurde, sondern dass auch die Wand des Turmaufgangs vom Putz befreit sein Mauerwerk zeigt, die 13 Säulen in frischem Grau mit roten Ringen glänzen und das Fenster auf der Westseite mehr Licht in die frühere stille Ecke fallen lässt. In dieser Südwestecke steht – gegenüber dem neuen Altar – nun eine kleine Orgel.

Bauabschnitt Decke
Bauzeit  2016 – April 2017
Erstmals findet jetzt eine Innensanierung statt, die sich einerseits auf den baulichen Kirchenraum wie Fußboden, Wände und Decken beziehen, anderseits auf eine vollständige Sanierung der Elektroinstallation und Beschallungsanlage bezieht.
Die vorhandene Beleuchtungsanlage wurde restauriert und mit LED-Leuchtmittel versehen. Zusätzliche Einbauleuchten betonen die Wände um den Kirchenraum erlebbar zu machen. Für die Orgelempore entschied man sich ebenso für blendfreie kardanische LED Einbauleuchten, die im Herbst 2017 die Orgel ins rechte Licht tauchen wird.

Zitat aus Pressemitteilungen:
Im Rahmen der umfangreichen Sanierungsarbeiten in der St. Crucis-Kirche konnte in einem weiteren Bauabschnitt jetzt auch die Kirchendecke saniert werden.  „Die neu gestaltete Deckenverkleidung entstand in einer intensiven Auseinandersetzung mit der langen und besonderen Geschichte der St. Crucis-Kirche“, so Pfarrer Spill. Gemeinsam mit Dipl.-Ing. Werner, der landeskirchlichen Bauberatung und dem Landesamt für Denkmalpflege entwickelte der Kirchenvorstand einen neuen Kirchenhimmel. Entstanden ist eine neue Decke, die die ursprüngliche Gewölbewirkung des ehemaligen gotischen Kreuzgewölbes der zweischiffigen Halle aufnimmt, die kurz nach 1300 entstanden sein dürfte. „Alte Formen werden wieder lebendig“, freut sich Pfarrer Spill, und verweist auf die Abbildung der ehemaligen Gewölbegrate, Schlusssteine und Pfeiler.

So konnte nach der Sanierung der Winterkirche ein weiterer Baustein der barrierefreien Nutzung der Kirche ergänzt werden. Der frisch aufgetragene antikweiße Innenanstrich verleiht dem Kirchenschiff Freundlichkeit und Wärme und bildet so eine perfekte Einheit mit der hellen Deckenverkleidung
„Zusammen mit der anschließenden Sanierung der Orgelempore schafft all das die Voraussetzungen für den sicheren Einbau der neuen großen Orgel, der bereits im Herbst 2017 erfolgen kann“, ergänzt Spill. Trotz der zahlreichen Baustellen ist die Kirchengemeinde auf einem guten und erfolgversprechenden Weg.
Leider muss die Sanierung des Chorraumes aus finanziellen Gründen noch warten.