Stiftskirche Oberkaufungen

Bauherr: evangelische Kirchengemeinde Oberkaufungen
Architekt: Reith-Wehner und Storch / Fulda
Planungsumfang: Lichtplanung gemeinsam mit 3lpi, München
Elektroinstallations-, Informations- und Kommunikationstechnik, Mediensteuerung
Bauzeit: 2016 – 2018

Über dem alten Ortskern von Oberkaufungen erhebt sich die mächtige Stiftskirche des Heiligen Kreuzes. Sie wurde von Kaiserin Kunigunde gestiftet und am 13. Juli 1025, dem ersten Todestag ihres Mannes, des Kaisers Heinrich II., geweiht. Sie ist Bestandteil des ehemaligen Klosters Kaufungen im Ortsteil Oberkaufungen der hessischen Gemeinde Kaufungen im Landkreis Kassel. Die Kirche gilt als bedeutendes Werk spätottonischer Kunst. Der im Inneren 1938 freigelegte Westbau mit Bogenarkaden über zwei sehr schlanken Säulen stammt noch aus vorromanischer Zeit.

Erstmals findet seit 1973 jetzt eine vollständige Innensanierung statt die sich auf den baulichen Kirchenraum bezieht. Der Dachstuhl wurde bereits in den letzten Jahren saniert.
Hierzu zählen Räume für Sakristei, Lagerflächen und eine Teeküche.
Die vollständige Sanierung der Elektroinstallation ist im Jahre 2018 abgeschlossen.

Auf Grund der hohen Veranstaltungsdichte mit kirchlichen und weltlichen Veranstaltungen ist die Anforderung an die elektrische Infrastruktur hoch einzustufen. So werden Voraussetzungen, überwiegend im Fußboden, für folgende Anlagen geschaffen: mobile Beschallung, Mikrofonsteckdosen, Scheinwerfer, Internet-Anschluss, Starkstromanschlüsse.

Die vorhandene Beleuchtungsanlage aus den 70-ger Jahren stellt ein wesentliches Element der Lichtplanung dar. Diese Pendelleuchten mit ihren Messing- Lampenfassungen in 3 Ebenen wurde übernommen, sodass keine Sonderleuchte den Kirchenraum stört. Die Leuchten wurden restauriert und eine normkonforme Verdrahtung mit zugentlastender Aufhängung im Dachraum realiisert. Jedoch fehlte dem Raum ein der Architektur würdigen anstrich. Dies wurde mittels zweier Lichtkomponenten erreicht: Ein Teil der Pendelleuchten erhielt am unterstein Punkt eine getrennt dimmbare LED-Leuchte die diffus das Licht nach unten abgibt. Aufwändige Muster trugen zum heutigen Ergebnis bei. Damit erscheinen die Wandreliefes nicht betont sondern in einem natürlichen künstlichem Licht. Wo es die Kapitele möglich machten, nämlich zum Schiff, Querschiff und Chor tragen LED-Strahler zum horizontalen Licht bei. Besonders die Bögen kommen damit zum Vorschein. Mit diesem Konzept kann die Gemeinde, der Chor wieder die Schrift lesen.

All diese 186 Lichtpunkte wurden in einer Lichtmatrix zu Szenen gefasst die einzelne Veranstaltungen voreingestellt aufrufen lässt. Jede Lichtgruppe kann auch individuelle zu einer neuen Szene kreiert werden. Damit erhält die Kirchengemeinde eine flexible Lichtanlage die sich den Bedürfnissen anpasst.

Um all diese unterschiedlichen Gewerke, hierzu zählen auch die Heizungs- und Lüftungsanlage, Lautsprecheranlage und die Glockensteuerung zu beherrschen, trägt eine Mediensteuerung dazu bei diese bedienerfreundlich zu nutzen.